Insel Proti

Die wunderschöne Insel Proti liegt direkt gegenüber vom beschaulichen Fischerdorf Marathopoli in Messenia.

Die Insel ist heute unbewohnt – sie hat aber eine bedeutende Geschichte hinter sich.

Ihren Namen hat die bezaubernde Insel aus der griechischen Mythologie. Namensgeber ist der Meeresgott Proteus – Sohn des Poseidon. Vermutlich wurde ihr der Namen auf Grund ihrer ungewöhnlichen Form gegeben, denn die Insel sieht aus wie ein Krokodil. Der Gott Proteus hatte die Fähigkeit sich spontan zu verwandeln. In seinem Zorn verwandelte er sich in eine Insel die die Form eines Untieres trägt.

Auch aus archäologischer Sicht ist die Insel Proti von großer Bedeutung. Noch heute kann man die Ruinen der antiken Zitadelle besichtigen. Ebenso wie einen Teil der Ringmauer des Geschützturmes. Sowohl die Zitadelle als auch der Geschützturm sind Teil einer antiken Akropolis aus den mykenischen und vorklassischen Perioden.

Während des Peloponnesischen Krieges spielte die Insel Proti eine entscheidende Rolle. 424 vor Christus war die Insel von Athenern und Spartanern heiß umkämpft.

Heute befindet sich auf der Insel das Kloster Gorgopege Maria Himmelfahrt, das der Jungfrau Maria „der starke Strömung“ geweiht ist. Das Kloster wurde zwar erst 1984 errichtet, allerdings steht die alte Kapelle des Stiftes seit zirka 1850 am Grundstück. Sie wurde auf den Ruinen eines antiken Tempels der Göttin Artemis „Euploias“ gebaut – also Artemis „der gute Seereise“.

Im Laufe der Jahrhunderte war Proti ein natürlicher Wellenbrecher. Die Insel hat verschiedene Schiffe vor der Kraft der Wellen des Ionischen Meeres geschützt – beispielsweise das Schlachtschiff „Spetses“ das auf Proti 1899 verankert war um sich vor einem starken Sturm zubeschirmen.

In der Blütezeit der Piraterie wurde Proti – speziell die Meerenge Katoulias – als Ausgangsbasis für Freibeuter Katoulias verwendet. Der berüchtigte Pirat kam von der Insel Kefalonia. Seine Besatzung jedoch kam aus der Region Mani. Seine Mannschaft war für ihre Blutrache berühmt und gefürchtet.

Noch heute findet man auf der Insel Proti, in der Bucht von Grammeno, über 30 antike Inschriften der gefürchteten Piraten. Sowohl Seefahrer als auch Piraten haben sie als Schilder direkt in den Felsen gemeißelt. Sie reichen bis in die postklassische, römische und byzantinische Zeiten zurück. Manche der Inschriften sollen an die Seeleute erinnern, die in Buchten der Insel Unterschlupf gefunden haben. In der Hoffnung, dass ihre Reise zu einem guten Ende führt haben sie bei schwerem Wellengang ihre Wünsche an die Götter in die Felsen eingraviert. Manche der Inschriften haben aber eine viel dunklere Seite. Sie waren als Warnung der Piraten gedacht:

„Derjenige, der in den Engpässen Protis die Nacht verbringt, sollte nicht außer Acht lassen, wach zu bleiben... Andernfalls wird er zur Beute der Plünderer aus der Berberei.“

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